Liebe Dich einfach mal selbst

Die Tage werden länger und der Winter naht. Vor dem Fenster tanzen die ersten weißen Flocken.  An diesem Wochenende wird die Zeit umgestellt. Eine Stunde mehr steht zur Verfügung. Da könnte man die zusätzliche Zeit doch für ein kleines Verwöhnungsfest nutzen? Orangen- und Zitronenduft beleben die Seele, sorgen für positive Stimmung. Ein Schokobad lässt die Sinne schwelgen. Dazu schöne Musik, ein würziger Tee und ein paar frühe Weihnachtskekse. Einfach mal ausprobieren. So beginnt ein wundervolles Wellnesswochenende.

Saisonende am Ammersee

Dampfersteg, Diessen am Ammersee / Foto H.Klug

Die ersten Möven sind zurück. Ihr Kreischen begleitet die letzte Dampferfahrt nach Stegen. Denn heute endet die Schifffahrtssaison auf dem Ammersee und dem Starnberger See. An Kirchweih heisst es, wie jedes Jahr um diese Zeit, das letzte Mal: „Leinen los!“ Wer  diesen Termin verpasst, muss mit seinem Ausflugswunsch bis zum nächsten Frühjahr warten. Die bayerische Seenschifffahrt, die insgesamt vierunddreißig Schiffe auf den fünf größten bayerischen Seen betreibt, holt die Mehrzahl ihrer Schiffe zurück aufs Trockendock.

Trotz leisem Wehgefühl, die Seen bleiben ein Magnet für Mensch und Tier. Mit buntem Herbstlaub übersäte Wanderwege, ein Blick bis auf die Alpen und wunderbare Möglichkeiten in den zahlreichen heimischen Biergärten eine Rast einzulegen.

Vogelscheuchen haben Hochsaison

Da traut sich kein Star mehr ran! / H.Klug

Rote Äpfel sind nicht nur gesund, sondern auch ein begehrter Leckerbissen für Stare. Das sehen die Bauern gar nicht gerne. Daher lassen sie sich immer wieder einiges einfallen, um die Ernte zu schützen. Ein seit Jahrhunderten geübter Brauch, die ungebetenen Gäste zu vertreiben, ist das Aufstellen von Vogelscheuchen. Eine besonders attraktive Lösung zum Schutz seiner Apfelernte hat sich ein Landwirt in Bad Wörishofen einfallen lassen.

Zeit der kleinen Reisen

Romantik am Lech /Foto H.Klug

Die weiße Gischt sprüht bis ans Ufer. Es ist so laut, dass man sich nicht mehr unterhalten kann. Das Lechwehr ändert sein Gesicht täglich. Im Frühjahr zur Schneeschmelze bahnt das Wasser sich dröhnend seinen Weg ins Tal. Der Lech tritt über die Ufer und in der Altstadt stehen nicht nur gute Stuben unter Wasser.

Jetzt im September ist das große Wehr, ein Wahrzeichen Landsbergs, vor allem eines: ein Fest für die Augen. Bei schönem Wetter flaniert halb Landsberg auf der Uferpromenade. Die Eiscafés, Restaurants und Biergärten haben Hochbetrieb. Ein freies Plätzchen ist rar. Wie die Lemminge zieht es die Bewohner der mittelalterlichen Stadt bei jedem Sonnenstrahl ans Wasser. Auf beiden Seiten des Lechs befinden sich gutausgebaute Uferwege, auf denen man joggen, radeln oder einfach nur spazieren gehen kann.

Wenn die Reiselust erwacht, muss es nicht immer in die Ferne gehen. Die alte Salzstadt Landsberg am Lech gehört zu den schönsten Ausflugszielen Oberbayerns. Heuer, das ist bayerisch und bedeutet übersetzt etwa „heute, dieses Jahr“, wird gefeiert. 2012 wird Landsberg, ehemals Landesperch oder noch früher Castrum Landespurch, stolze 850 Jahre alt. Und das wird das ganze Jahr über kräftig gefeiert. Die Geschichte der Lechstadt ist nicht immer glanzvoll. Als Salzstadt berühmt und reich geworden, spielte sie eine besonders unrühmliche und daher gern vergessene Rolle in der NS-Zeit.

Anfang der fünziger Jahre, während der Besatzungszeit, war Johnny Cash, einer der berühmtesten amerikanischen Countrysänger und Songschreiber in Landsberg stationiert. Er arbeitete als Funker auf einem militärischen Abhörposten. In Landsberg gründete Cash seine erste Band, die „Landsberg Barbarians“. Es entstand der Song „Folsom Prison Blues“.

Lechwasser speist den Mühlbach / Foto H.Klug

Die Landsberger Innenstadt ist reinstes Mittelalter, viele Häuser und Gassen sind denkmalgeschützt. Während der Hauptplatz, ein historischer Diamant reinsten Wassers, liebevoll restauriert und umgebaut wurde, erschütterte ein neuer Skandal die so beschaulich wirkende Stadt. Zur Verbesserung der Stadtfinanzen hatten Räte und Kämmerer seit der Jahrtausendwende kräftig am Derivatemarkt gezockt.  Der bayerische kommunale Prüfungsverband bilanzierte die bisherigen Verluste mit fünf Millionen Euro. Steuergelder, die der Stadt in den nächsten Jahren fehlen werden. Da 2012 nicht nur gefeiert, sondern auch gewählt wurde, kam es, wie es kommen musste. Alle Beteiligten wurden abgewählt, ein neuer Oberbürgermeister, Mathias Neuner, CSU, kam ans Ruder. Er wird noch eine Weile mit Aufräumarbeiten beschäftigt sein. Einige der verhängnisvollen Papiere, Zinstauschgeschäfte, laufen erst 2034 aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Katie Holmes Debüt auf der New York Fashion Week

Das Geheimnis ist gelüftet. Eines der Highlights der New York Fashion Week fand heute Mittag statt: das Debut von Katie Holmes und ihrer Partnerin Jeanne Yang. Begleitet von zwei bulligen Leibwächtern trifft die frischgeschiedene Katie Holmes unter grossem Medieninteresse im Lincoln Center ein. Ex Tom Cruise, Tochter Suri, Scientology bleiben heute draußen. Nichts soll von der großen Präsentation ihrer Frühjahr/Sommer Kollektion für Holmes & Yang ablenken. Katies Outfit, natürlich Holmes & Yang: hautenge schwarze Pants, Glitzerpumps, eierschalenfarbene Bluse, kurze Lederjacke. Dazu ein modisches Collier mit auf Stoff gezogenen goldenen Perlen. Die schwarze Lederjacke ist ein Traum.

Im Zelt fehlt der Laufsteg. Die Models stehen auf weißen Holzblöcken, das handverlesene Publikum aus Einkäufern, Redakteuren und Modebegeisterten darf sie umwandern. Die Pressemeute bleibt draussen. Es gibt fast keine Fotos, veröffentlicht werden nur die, die Katie und Freundin Jeanne beim Posieren inmitten ihrer Models zeigen. Hier.

Die Kollektion ist einfach und klassisch, die Preise allerdings gesalzen. Unter 550 Euro geht kein Shirt über den Ladentisch. Holmes und Yang zeigen auffallend schöne Lederjacken, Longblazer und Kurzblazer. Es gibt sehr tragbare, klassisch schöne Sommerkleider mit dem gewissen Extra, die förmlich danach rufen, in den heimischen Kleiderschrank mitgenommen zu werden.   „Alles sehr Katie“ twittert Eric Wilson von der New York Times kurz darauf.

Tage zum Träumen

30 Grad im Schatten. Sonne satt. Wer jetzt verreist, verpasst die schönste Zeit des Jahres. Das Grün der Pflanzen, Gräser und Bäume explodiert förmlich. Fülle, wohin das Auge blickt. Die Natur schenkt uns eines der schönsten Wochenenden des Sommers.

Jeder Spaziergang, jede Radltour bringt neue Entdeckungen, zeigt geheime Gärten und Winkel. Hier der wild bewachsene Seerosenteich und nur wenige Schritte entfernt wohlüberlegte und geordnete Gartenkunst aus alter Zeit. Alles hat seinen Reiz und seinen Platz.

So auch dieser mittelalterliche Kräutergarten, der originalgetreu und nach überliefertem klösterlichen Brauchtum in die vier  Himmelsrichtungen unterteilt und mit traditionell im 12. Jahrhundert gebräuchlichen Gewächsen, Blüten und Sträuchern bepflanzt wurde.

Alle Fotos: Bad Wörishofen und Unterallgäu / H.Klug

 

Die Braut trägt Rot

Hochzeit in Rot / Foto H.Klug

In Rot vor den Altar? Keine Chance. In Europa, Amerika und dem größten Teil Asiens trägt die Braut keusches, jungfräuliches Weiß. Das war nicht immer so. Ihrem Status entsprechen traten Bräute noch in der Rennaissance in prächtigen Stoffen, Farben und Stickereien vor den Altar. Das änderte sich im viktorianischen Zeitalter. Die weiße Brautgarderobe trat ihren Siegeszug an. Seither tragen Bräute weiß, weltweit. Weltweit?

Es gibt Länder, da wäre weiß als Brautfarbe unvorstellbar. In Vietnam zum Beispiel käme keine Braut auf die Idee, am schönsten Tag des Lebens die Farbe der Toten zu tragen. In Vietnam trägt die Braut Rot.

Vor kurzem war ich in Lindau, um an der dortigen Paracelsus-Schule ein Seminar über energetische Gesichtsmassage mit Anti-Aging Effekt zu geben. Abends kann ich mich am Bodensee entspannen.

Traumkulisse fürs Hochzeitsfoto / Foto H.Klug

Dabei traf ich dieses asiatische Hochzeitspaar. Die zierliche Braut trägt ein traditionelles rotes Hochzeitsgewand und rote Schuhe. Ihr frischgebackener Ehemann trägt ganz europäisch einen dunklen Anzug. Sie posieren für Hochzeitsfotos. Das mitgeführte Equipment ist beeindruckend. Ein riesiger Faltreflektor zaubert weiches Abendlicht auf die Wangen der Braut. Der grüne, sich den See entlangschlängelnde Uferweg ist der perfekte Hintergrund für romantische Hochzeitsbilder. Fotograf und Assistent geben alles. Immer wieder probieren sie neue Standorte aus und das frisch vermählte Paar posiert verliebt für die Ewigkeit. Passanten bleiben stehen und bestaunen das exotische Outft der Braut. Zum Glück habe ich die Kamera dabei.

Fashionistas im Marant Fieber

Sofort ausverkauft / Foto: REYERlooks.com

Europa ist mit der Euro-Krise beschäftigt? Während Politiker, Banker, Wissenschaftler täglich neue „Er“- lösungen präsentieren und die Welt retten, hat ein kleiner Teil der Menschheit ganz andere, sehr weltliche Sorgen. Die leidenschaftliche Suche nach einem Kultschuh. Fashionistas aus aller Welt sind regelrecht besessen von Isabel Marant Tretern. Das Objekt der heißen Begierde ist ein Wedge Sneaker. Je nach Ausführung heißt er Bekett oder Bird. Es gibt ihn in Rot, Schwarz, Royalblau, Weiß und Grau. Seit neuestem auch im silbernen Retro-Design.

Das Geheimnis des Schuhs offenbart sich bei der Anprobe. Im Innenteil verbirgt sich ein 60 mm Absatz, der die Trägerin optisch verschlankt und vergrößert. Die Sneakers sind aus feinem Ziegenleder gefertigt und nach Aussage diverser heißblütiger Marant-Blogger superbequem. Man sieht ihn an Promifüßen, auf Haute Couture Schauen, auf Fashion Weeks, In- und It-Festivals und vor allem in jedem Modemagazin. Saison für Saison erscheint er leicht verändert, in neuem Glanz und neuer Farbe und ist sofort ausverkauft.

Modehungrige Ladies jeden Alters belagern nächtens ihre Computer, lassen sich auf Wartelisten setzen und bestellen das Objekt der Begierde weltweit. Die Online Modehäuser halten geschickt die Spannung hoch und servieren den Sneaker wohldosiert in kleinen Schritten. Mal diese Farbe, mal jene, wie eine Schwanenmutter, die ihre hungrigen Jungen nur häppchenweise füttert.

Für Fashionistas Kult / Foto: REYERlooks

Mittlerweile ist alles, was von Isabel Marant kommt Kult und Hype. Die Pariser Designerin gilt als Inbegriff des lässigen Bohemian Styles. Stars wie Katie Holmes, Kate Bosworth, Kate Hudson, Heidi Klum und Hilary Duff tragen die Mode der charismatischen Französin. Heute verkauft Isabel Marant pro Saison 130 000 Kollektionsteile in Paris, Hongkong, Shanghai, New York und München.

OverSaled

Deutschland "saled"Überall ist Sale. Seit der Schlußverkauf abgeschafft wurde, ist alles Sale. Sale klingt im Zeitalter der Anglizismen eleganter, cooler, pfiffiger. Sale soll die Schnäppchenjagd veredeln und von ihrem Wühltischimage befreien. Das Wort Sale kommt aus dem Englischen und heißt ursprünglich schlicht Verkauf. Es wird auch im Sinne von Ausverkauf verwendet. In Frankreich sollte man es lieber nicht benutzen, da bedeutet „sale“ nämlich übel, schmutzig. Na, wer will denn schon schmutziges kaufen?

Der französische Ausverkauf heißt „soldes“ oder „en solde“.  Er findet zweimal im Jahr zu festgesetzten Terminen, im Sommer kurz vor den großen Ferien im Juni statt. In Spanien heißt der Schlußverkauf „rebajas“. Das „j“ wird hart „ch“ gesprochen. Auch er ist staatlich geregelt und findet zweimal im Jahr über mehrere Wochen statt.

Noch mehr Sale gibt es als Städtenamen, England, Australien, Marokko und Italien haben ganzjährig Sales. Ob man inzwischen passend zum Namen Outlet-Center dort untergebracht hat, ist mir nicht bekannt.  „Sale“ ist übrigens auch der Geburtsname des amerikanischen Politikers Robert Byrd. Er hat sich nicht ohne Grund karrierefördernd umbenannt. Man stelle sich nur die Schlagzeilen vor: „Sale im Wahlfieber“, „Sale for President“ oder „Sale Over“ und ähnlich liebliche Titel in der Daily Press. Nicht ganz so prominent sind Jarell Sale, samoanischer Fußballspieler, Robert Henry Sale, verstorbener britischer General, Robert Sale, us-amerikanischer Literaturkritiker und last but not least Tim Sale, erfolgreicher amerikanischer Comiczeichner.

Sale KennzeichnungSale ist irgendwie langweilig. Wenn man nichts bestimmtes braucht, macht es keinen Spaß, sich zu Saisonende lauter Sachen anzugucken, die eh in vier Wochen nicht mehr modern sind. Reduziert werden meist Überangebote, In-Teile oder Größen, die nicht gingen. Natürlich gibt es auch die Sales der großen Häuser, die extra in großen Mengen in Indien, China und Korea bestellt und pünktlich zum Abverkauf eingeflogen werden. Getürkte Sales mit viel Gewinnabsicht also.

Wer jetzt noch Lust auf Sale hat, dem seien Boots jeder Art und Farbe empfohlen. Von flach bis High Heel gibt es im Winter jede Variante. Auffällig häufig werden momentan mittelhohe und daher bequeme und zugleich feminine Absatzhöhen angeboten. Dem Himmel sei dank. Nachdem offenbar weltweit jede Frau ihren Schuh-„Waffen“-Schrank mit High Heels befüllt hat, muß nun etwas Neues her. Schuhe mit Kitten Heels und Cowboystiefelabsätzen werden sich dank geplagter Füße sicher blendend verkaufen.

 

Zwei Chöre und eine Hochzeit

Soviel sieht der Chor .... Eine Hochzeit in der Klosterkirche / Foto H.Klug

„Kyrie, eleison, eleison …“ ertönt es rechts und links von mir aus voller Kehle. Ich befinde mich gemeinsam mit den Mitgliedern des Musica Sacra Chors im Chorgestühl der Klosterkirche von Bad Wörishofen. Unten im prunkvollen Kirchenraum hat die Hochzeit eines ehemaligen Chormitglieds begonnen. Wir singen die „Spatzenmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Ein Blick auf die Hochzeit …. /Foto H.Klug

Es ist ein wunderschöner, sonniger Samstag nachmittag und die beiden Brautleute werden heute gleich von zwei Chören in den Ehestand begleitet. Während der Regenburger Chor das Geschehen vor dem Altar hautnah mitverfolgen kann, sieht man von oben fast gar nichts. Deswegen spähen wir in den Gesangspausen immer wieder durch die Gitter, um ja nichts von der Trauungszeremonie zu verpassen. Dabei ergeben sich tolle Perspektiven, wie auf dem Foto zu erkennen ist.