Bad Wörishofen – Kneippen in der Tradition des Wasserdoktors

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Auf den Spuren Sebastian Kneipps kann man nicht nur gesunden, sondern auch gut leben. Das kleine Unterallgäuer Städtchen Bad Wörishofen, in dem der fromme Mann vor über 100 Jahren unzählige Menschen mit seiner Wasserkur von ihren Leiden befreite, lebt von seinem Vermächtnis recht luxuriös.

Gesundheitskonzept mit Zukunftsblick

Damit das auch in Zukunft so bleibt, haben sich Stadtväter und Kurverwaltung mit dem Münchner Klinikum rechts der Isar zur Campus-IGM zusammengeschlossen.

Das Münchner Zentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde hat ein innovatives Projekt zur Gesundheitsförderung auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit den bayerischen Kurorten Bad Füssing, Bad Kötzing, Bad Tölz und Bad Wörishofen sollen die Vorbeugung von Krankheiten und die allgemeine Gesundheitsförderung unterstützt und damit überflüssige Folgekosten im Gesundheitswesen vermieden werden.

Wassertreten nach Kneipp /Foto H.Klug

Wassertreten nach Kneipp /Foto H.Klug

Der Gast ist König: die Zahl der Gäste steigt wieder

Jedes Jahr in den ersten Märztagen, wenn die italienischen Conditore ihre Eisdielen wieder eröffnen, Restaurants, Cafés und Bars wieder Stühle und Tische vor die Tür stellen, beginnt der Reigen von Neuem. Unzählige erkrankte, erschöpfte und notleidende Menschen machen sich auf nach Bad Wörishofen auf den Spuren des Wasserdoktors. Allein 2010 stieg die Gästezahl um 8 % an und sie steigt weiter, so der 1. Bürgermeister der Kneippstadt, Paul Gruschka.

Eine Armada von Kurärzten, Krankenpflegern, Masseuren, Diätassistenten und Hotelangestellten steht bereit, den ersten Gästeansturm zur Saisoneröffnung zu empfangen.

Zu Saisonbeginn wird die Stadt geschmückt und zum Empfang der Gäste vorbereitet

Städtische Mitarbeiter werden in Scharen ausgesandt, Denkmäler, Wasserbecken und Ruhebänke vom winterlichen Schmutz zu befreien. Die Mitarbeiter des Gartenbauamts sind mit tausenden von Krokussen, Narzissen, Tulpen, Veilchen und Hyazinthen unterwegs, um jedes Blumenbeet und jeden Brunnen der Stadt mit Blumen zu schmücken. Auf den bäuerlichen Wiesen rund um die Kurstadt recken erste Gänseblümchen und Schneeglöckchen und Glockenblumen keck ihre Blütengesichter der Frühlingssonne entgegen.

Unzählige Tretwasserbecken und Armbäder müssen gereinigt und mit frischem Wasser befüllt werden. Denn eine Hauptsäule der Kneippschen Gesundheitslehre ist das Wasser. Die Kuranwendungen reichen von Wassertreten, Wassergüssen bis hin zum kalten Armbad. Von der wohltätigen Wirkung des Wassers ist man in Bad Wörishofen so überzeugt, das Armbäder und Wassertreten sogar in den städtischen Kindergärten von den Kleinsten täglich praktiziert werden.

Foto H.Klug

Foto H.Klug

Hochkarätige Gäste, Kultur und ein internationales Schachfestival

Kulturell startet die Saison mit dem Bad Wörishofener Kunstfrühling im März. Auch 2016 gibt es wieder einen Skulpturenpfad, der beim Denkmalplatz beginnt und quer durch die Stadt den Wörthbach entlang zur Erlöserkirche führt. Kunst, die „ergangen“ werden will. Damit wird eine weitere Säule der Kneippschen Lehre „Bewegung“ abwechslungsreich und vergnüglich ausgestaltet.

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